39/ LOKI

Ich möchte auf eine sehr interessante Serie namens LOKI aufmerksam machen. Angesprochen hat mich ihre Hauptidee, die sie während ihrer gesamten zweistaffeligen Laufzeit begleitet. Ich denke, ihren Machern ist es gelungen, der jüngeren Generation erfolgreich einen sehr wichtigen Kontrast philosophischer Überlegungen zum Individualismus und zum Kollektivismus nahezubringen. Dank dieses Kontrasts und der aufgeworfenen Problematik fällt es der jüngeren Generation — und immer noch vielen desorientierten Menschen — wieder ein wenig leichter, sich in der heutigen Welt zurechtzufinden.
Ich verstehe, dass jeder von uns seinen eigenen Blickwinkel auf die Situation hat, sein eigenes Verständnis, deshalb nehme ich an, dass, selbst wenn viele von Ihnen diese Serie vielleicht schon gesehen haben, Sie ihre Bedeutung, ihren Mehrwert vielleicht nicht so verstanden haben wie ich. Mein Ziel in diesem Artikel ist es, Ihre Aufmerksamkeit auf ihre Haupthandlungslinie zu lenken, die sich um die Auseinandersetzung mit dem „Zeitstrom“ dreht. Auch wenn sich die Serie auf die Problematik einer Vielzahl von Universen und ihren Varianten in der Zeit konzentriert, versuchen wir uns für einen Moment vorzustellen, dass dies lediglich eine metaphorische Darstellung der Problematik einer Vielzahl unserer Gedanken in der Zeit ist. So wie sich das Universum in der Zeit verzweigen kann, können sich auch unsere Gedanken verzweigen.
In der Serie tritt eine Organisation namens TVA auf, die darüber wacht, dass sich der „Zeitstrom“ (der Gedankenstrom) nicht verzweigt, dass keine Varianten entstehen, die miteinander in Konflikt geraten könnten. Die Hauptfigur der Serie sieht diese TVA-Organisation von Anfang an als faschistisch, als böse, als sich irrend, und beginnt sie allmählich umzugestalten und zu verändern.
Ich werde hier nicht weiter über die Serie schreiben, um Ihnen nicht möglicherweise das endgültige Erlebnis der letzten Folge zu verderben; stellen wir uns also nur die Frage, ob wir nicht zufällig auch bei uns auf der Erde derzeit multinationale Konzerne haben, die mit aller Macht versuchen, die Verzweigung von Gedanken zu verhindern. Ob die gesamte „Cancel Culture“ nicht auf der Zensur all jener unbequemen Zweige aufgebaut ist, die vom Hauptstrom der Gedanken, dem sogenannten „Mainstream“, abweichen. Ob es wirklich so wichtig ist, multinationalen Konzernen bei der Beseitigung dieser Verzweigungen zu helfen, aus Angst, dass sonst unsere Welt, unsere neue Weltordnung, untergehen würde? Die Serie zeigt uns am Ende auch eine andere Möglichkeit, eine hellere Alternative zu unserer Realität, ein anderes Schema der Formung des Universums, dem wir als Menschheit mit Sicherheit entgegengehen.
Juraj Tušš
